Das Telefon-Interview bei der Deutschen Bank ist ein wichtiger Baustein bei der Bewerbung für eine Ausbildung oder ein duales Studium. Es bildet die Brücke zwischen Online-Test und dem persönlichem Auswahlverfahren „TestDB“. Wie läuft so ein Telefon-Interview ab? Wie können Sie sich darauf vorbereiten? Ausbilderin Isabel Stuhr in Hamburg führt jedes Jahr viele, viele Telefonate mit Bewerberinnen und Bewerbern. Warum sie das immer wieder spannend findet und welche Tipps sie geben kann – nachzulesen in unserem Interview.

Sie sind Ausbilderin in Hamburg und haben in den vergangenen Jahren schon viele Telefoninterviews geführt. Wird das irgendwann zur Routine oder ist es immer wieder neu?

(Lacht) In gewisser Weise beides. So ein Telefon-Interview ist ja kein lockeres Geplauder, sondern immer gleich aufgebaut und weist bestimmte Inhalte auf. Deswegen sind die Gespräche natürlich miteinander vergleichbar – das sollen und müssen sie auch sein. Andererseits ist jedes Gespräch anders, weil die Bewerber1 natürlich ganz unterschiedlich sind – lebhaft oder eher ruhig, aufgeregt, konzentriert. Das Telefon-Interview ist der erste persönliche Kontakt zwischen Bewerber und Bank und dabei ist es immer wieder spannend zu erleben, wie die einzelnen Kandidaten sich auf diese Situation einstellen.

Sie haben eben die Vergleichbarkeit angesprochen. Wie kann man sich das denn vorstellen? Wie funktioniert das? Hat denn nicht jeder Kollege, der Telefon-Interviews führt, seine eigene Methode …?

Gerade weil viele unterschiedliche Kollegen die Interviews führen, ist es wichtig, dass das Gespräch strukturiert und nach festen Standards verläuft. Uns kommt es darauf an, dass jeder Bewerber – egal ob er sich in Wanne-Eickel, Hamburg, Dresden oder Nürnberg bewirbt – die gleichen Rahmenbedingungen vorfindet. Im Mittelpunkt steht nicht der Interviewer, sondern der Bewerber. Ich gebe sozusagen die Vorlage und der Bewerber am anderen Ende des Telefons hat dann die Chance, etwas daraus zu machen.

Wie entscheiden Sie denn, ob das Telefon-Interview für einen Kandidaten erfolgreich war?

Es gibt feste Kriterien, nach denen der Verlauf und die Inhalte des Gesprächs bewertet werden. Dabei kommt es darauf an, was der Kandidat sagt, aber auch wie er es sagt. Wie offen geht jemand mit den gestellten Fragen um? Setzt er die richtigen Schwerpunkte? Kann der Kandidat sich verständlich ausdrücken? Merkt man, dass er weiß, wovon er spricht? Wird überzeugend argumentiert und werden eigene Beispiele angeführt? Wie sind die lösungsorientierten Ansätze und kann er sich in den Bankalltag hineindenken? Dies und noch mehr fließt mit ein und entscheidet im Anschluss über den Erfolg des Interviews.

Aber spielen am Telefon nicht immer auch „weiche“ Faktoren eine Rolle …?

Ja, sicher. Wenn ich z.B. merke, dass ein Kandidat sehr aufgeregt ist – was er übrigens auch gern sagen darf –, versuche ich gezielt, die Atmosphäre ein wenig zu lockern. Vor dem Gespräch stelle ich mich kurz vor und erkläre, wie der Ablauf sein wird, das nimmt dann schon ein wenig von der Spannung. Ich finde es wichtig, dass das Telefonat freundlich und kooperativ abläuft. Sympathiepunkte gibt es aber natürlich trotzdem keine.

Ohne zu viel von den Inhalten des Telefon-Interviews zu verraten: Gibt es denn irgendwelche „No-Gos“, also Dinge, die ein Bewerber auf keinen Fall tun sollte?

Wir stimmen mit jedem Bewerber einen individuellen Gesprächstermin ab. Das Telefonat soll ja nicht zwischen Tür und Angel stattfinden, sondern in einer ruhigen Atmosphäre. Ich nehme mir Zeit, der Bewerber sollte das ebenfalls tun: ein ruhiges Plätzchen suchen, Türe zu machen – am besten am Festnetz.

Und selbstverständlich kann es auch mal vorkommen, dass am vereinbarten Tag etwas dazwischenkommt. Ein besonders stressiger Tag, Stau auf dem Heimweg von der Schule, Kopfweh o.Ä. Ich frage zu Beginn des Gesprächs immer kurz nach, ob der Kandidat sich „fit“ fühlt für das Interview. Es bringt ja nichts, wenn der Gesprächspartner sich nicht konzentrieren kann, weil er Fieber hat oder die Nase läuft. Dann ist es überhaupt kein Problem, den Termin zu verschieben. Was überhaupt nicht geht, ist, den Termin einfach ausfallen zu lassen, ohne sich zu melden. Das ist für uns ein echtes Ausschlusskriterium.

Tut es Ihnen persönlich leid, wenn die Bank einem Kandidaten nach dem Telefon-Interview absagen muss?

Absagen sind nie schön. Man macht sich Hoffnungen und ist dann enttäuscht, daher tut es mir natürlich leid. Trotzdem ist eine Absage kein Grund, persönlich an sich zu zweifeln. So ein Bewerbungsprozess ist ja für beide Seiten – Bewerber und Bank – dazu da, herauszufinden, ob man zueinander passt. Der Kandidat hat bestimmte Vorstellungen von seiner Zukunft – wir haben ein bestimmtes Anforderungsprofil und suchen nach Kandidaten, die uns am meisten überzeugen. Generell kann man auch aus einer Bewerbung, die nicht klappt, viel lernen. Wir geben den Bewerbern im Falle einer Absage z.B. sehr gerne die Möglichkeit, sich die Auswertungen ihres Online-Tests anzuschauen. Daraus können dann ggf. noch nützliche Hinweise und Anregungen gezogen werden.

Ihr Tipp fürs Telefon-Interview?

Mein Tipp? Auf jeden Fall gut vorbereitet in das Telefon-Interview gehen! Auf unserer Homepage finden sich sowohl viele interessante Informationen zur Ausbildung bei uns im Hause als auch zur Deutschen Bank an sich. Dabei auch gern Fragen notieren, die wir dann im Anschluss an das Interview beantworten können. Und schlussendlich: offen sein und es einfach auf sich zukommen lassen. Nach ca. 15 Minuten ist es schon wieder vorbei und meist hören wir dann „Wie, das war’s schon?“ :-).

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