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25. Mai 2020

Bachelorthema

Carlos erzählt, wie er seines fand

Carlos vor Whiteboard

Meiner Meinung nach hat das Studium gewisse Ähnlichkeiten, mit einem Hürdenlauf. Auf unserer Strecke ins Ziel müssen wir über gewisse Hürden springen: Klausuren, Projektarbeiten, Seminararbeiten, Berichte und schließlich die Bachelorarbeit sowie die Verteidigung dieser. Besonders auf die Bachelorarbeit, die letzte Hürde vor der Ziellinie habe ich mich nicht sehr gefreut. Es ist kein Geheimnis, dass ich nicht gerne schreibe, aber auch ich komme eine 40-50 seitige Bachelorarbeit nicht drum herum.

Aber bevor ich überhaupt anfangen kann, musste ich erstmal ein Thema finden. Ich muss gestehen, dass ich dafür sehr lange gebraucht habe. Das Thema muss erstens umfassend genug für eine vierzigseitige Ausarbeitung sein, zweitens genug öffentliche Informationsquellen bieten und drittens ganz einfach zu mir passen. Gar nicht so einfach! Ich war unsicher und überlegte hin und her: „Was machst du jetzt? Schaust du im Internet nach Ideen? Liest du die Zeitung nach aktuellen Ereignissen, die Bachelorthema-Potential haben oder nimmst du eines der Themen, die der ein oder andere Dozent vorgeschlagen hat?“

Irgendwie passte nichts so wirklich, so dass ich mich letztendlich für keine dieser Vorgehensweisen entschieden habe, weil bei keiner der Punkt 3 „Passt das Thema zu mir?“ damit wirklich erfüllt war und das war mir besonders wichtig. Denn ich muss mich schließlich zehn Wochen mit dem Thema befassen und nicht meine Dozenten, meine Eltern oder ehemalige Studierende, die Vorschläge eingereicht haben. Mein Weg sollte also mehr Ich-zentriert sein.

Deshalb zog ich mich an einem Sonntag ins Wohnzimmer zurück, holte mein Whiteboard raus und befasste mich dann mit mir und meinen Interessen. 

 

Carlos Whiteboard

Finanzierung, juristische Personen, Australien, Google, Rocket Internet, TedEd, Netzwerk und unterschiedliche Kulturen. Aus diesen Begriffen versuchte ich dann eine Verbindung herzustellen, um mögliche Themen für die Bachelorarbeit zu sammeln. Anschließend bewertete ich die Bachelorthemen nach

  1. Umfang
  2. Machbarkeit
  3. Zugang zu brauchbaren Quellen und
  4. Nutzen für meinen weiteren beruflichen Werdegang.

Als ich damit fertig war, dauerte es gar nicht mehr lange und ich hatte dann endlich ein Thema gefunden, womit ich glücklich war. Die genaue Forschungsfrage wird sich im Laufe der detaillierten Quellensichtung noch herausstellen, aber fürs erste werde ich über eine Analyse der Startup Ökonomie der Schwellenländer anhand des selbstgewählten Beispiels Brasiliens schreiben.

Sicherlich gibt es Studierende, die sofort wussten, worüber sie schreiben wollten. Ich war keiner davon und das ist vollkommen ok. Es ist nur wichtig, zu wissen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. In meinem Fall war eine deutliche Schwäche das unsystematische Ideenchaos in meinem Kopf. Durch meine Vorgehensweise mit dem Brainstorming am Whiteboard konnte ich das Chaos systematisch sortieren und meine Stärken bzw. Interessen ergänzen. Ich kann diese Art der Themenfindung jedenfalls nur empfehlen. /Carlos, Kiel