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27. April 2021

Banksimulation, Subnetting und Routing

Johannes berichtet über seine Lieblingsprojekte während der letzten Berufsschulphase

Berufsschule ist langweilig? Wie es bei anderen Ausbildungsberufen aussieht, kann ich natürlich nicht sagen – aber für die Ausbildung zum Fachinformatiker trifft diese Aussage auf jeden Fall nicht zu. Klar gibt es in jeder Berufsschulphase auch mal Fächer, die einem nicht so liegen (bei mir war das in dieser Phase nur ein Fach, das lag aber weniger am Thema als am Lehrer – das kennt ihr ja sicher auch aus der Schule). Aber zum Ausgleich gibt es auch immer echte Highlights. Das waren für mich in den letzten Wochen das Lernfeld 5 (Software zur Verwaltung von Daten anpassen) und das Lernfeld 3 (Clients ins Netzwerk einbinden), beides Fächer, bei denen die Theorie immer direkten Praxisbezug hat und wir häufig selbst aktiv werden und Sachen ausprobieren können, allein oder manchmal auch in Gruppen. Hier erzähle ich euch mal, was dieses Mal in meinen beiden Lieblingsfächern auf dem Plan stand.

Im Lernfeld „Software anpassen“ beschäftigen wir uns jetzt schon seit zwei Berufsschulblocks in einem Projekt mit einer so genannten Banksimulation, das ist für mich natürlich besonders interessant – da ich ja, wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bei einer Bank arbeite. Aufgabe ist es, ein Programm mit einer grafischen Oberfläche zu erstellen, auf der dann verschiedene bankspezifische Funktionen abgewickelt werden können: Konten erstellen, Ein- und Auszahlungen tätigen, Überweisungen zwischen zwei Konten tätigen. Außerdem wichtig ist, dass die Kontodaten nach verschiedenen Kriterien sortiert werden können – IBAN, Nachname und Vorname. Bei der Umsetzung müssen bestimmte Vorgaben erfüllt werden – keine IBAN doppelt vergeben, Kontostopp bei Negativwerten. Spannend, oder? Das Projekt wird jeweils in Einzelarbeit durchgeführt und ich habe das Programm in QT geschrieben – das basiert auf der Programmiersprache C++, von der ihr vielleicht schon mal gehört oder selbst etwas damit entwickelt habt. Für die Umsetzung habe ich in diesem Fall zum Beispiel mit Structs und einfachen Bubblesorts gearbeitet, aber auch If-Bedingungen und Schleifen genutzt.

Beim Thema „Clients ins Netzwerk einbinden“ ging es im Lernfeld 3 darum, verschiedene Aufgaben zum „Subnetting“ zu lösen. Ihr wisst, was Subnetting ist? Ein „Subnetz“ ist ein Segment innerhalb eines Netzwerks, in dem IP-Adressen mit der gleichen Netzwerkadresse genutzt werden. Subnetze kann man – über Router – miteinander verbinden und erhält dann ein großes zusammenhängendes Netzwerk. Man baut sozusagen eine Landschaft aus Netzwerken, die Schnittmengen, aber auch Unterschiede hat und in einer vorgegebenen Systematik miteinander verbunden sind und kommunizieren können. Das braucht man zum Beispiel, wenn ein Netzadministrator das eigene Netz in mehrere Subnetze aufteilen möchte, ohne dies im öffentlichen Netz bekannt zu machen. Das hat dann zum Beispiel den Vorteil, dass man allgemein die Performance und die Übersicht im Netz erhöht. Konkret haben wir dann verschiedene IP-Adressen zu Netzwerken und Unternetzen zusammengebaut. Wir mussten festlegen, welche Netzmaske und welche Netzklasse die Adresse hat, welche Netzmaske die jeweiligen Unternetze haben, wie viele Hosts pro Unternetz zu adressieren sind und welche Net-ID und Broadcastadresse die Unternetze haben. Ebenfalls sehr interessant war die Aufgabe zum Routing. Da haben wir eine Prinzipskizze einer Netzwerk-Topologie erhalten und sollten dann auf dieser Basis eine Routingtabelle vervollständigen, in der man eine Zieladresse, eine Netzmaske, das nächste Gateway und eine Über-Schnittstelle bestimmen muss.

In der Praxis benötigt man diese Kenntnisse, um von einem Netzwerk aus in ein entferntes zuzugreifen. Dazu benötigt man einen Router der diese Datenpakete in andere Netzwerke weiterleitet. Das kann ich sicher auch schon gut in meiner nächsten Praxisphase verwenden, wenn ich meine Kolleg*innen beim Aufbau/Umbau eines Netzwerkes in unserem Labor unterstütze. /Johannes, Eschborn