Theoriephase während des ausbildungsintegrierten Studiums

Stress, lass nach!

Mathematik, Microeconomics & Decision Theory, Programming, Externes Rechnungswesen und Finance – das sind die 5 Module, die ich im ersten Semester meines „Banking & Finance“-Studiums belegt hatte. Von Oktober bis Dezember hieß es: Vorlesungen besuchen und lernen, lernen, lernen. Bestimmt wundert ihr euch, wieso das alles in drei Monaten passiert ist, obwohl ein „normales“ Semester eigentlich circa sechs Monate umfasst. Das liegt am so genannten Blockmodell. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, absolviere ich ein so genanntes ausbildungsintegriertes Studium und das bedeutet, dass ich parallel zum Studium auch noch eine Ausbildung mache. Ich besuche die Frankfurt School of Finance and Management circa drei Monate lang, danach arbeite ich wieder drei Monate – und wenn das geschafft ist, fängt es wieder von vorne an. Das ist spannend und abwechslungsreich, bedeutet aber oftmals viel Stress und vor allem eine sehr gute Organisation.

Das Universitätsleben während des dualen Studiums unterscheidet sich extrem vom Leben in der Schule – man muss viel mehr lernen, der Stoff ist umfangreicher, die Zeit ist knapp und die Tage sind lang. Bei mir kommt es – wie bei vielen anderen – dazu, dass ich nicht mehr bei den Eltern lebe und einen eigenen Haushalt führen, einkaufen gehen und kochen muss. Das kostet viel Zeit, die ich eigentlich nicht habe.

An der FS wird in Blöcken unterrichtet. Das bedeutet, dass jede Vorlesung drei Stunden umfasst. Es kann schon vorkommen, dass drei Blocks an einem Tag auf dem Plan stehen und ich von 8.45 Uhr bis 20.15 Uhr in der Uni bin, Vorlesungen lausche und mitschreibe. Solche Tage funktionieren nur, wenn ich mich mit viel Kaffee wachhalte. Die Mittagspausen sind dafür umso schöner – wir sind ja mitten in Frankfurt. Ich bin dann entweder in der Mensa, laufe mal zum Supermarkt, oder gehe auch schon mal mit Kommilitonen „richtig“ essen. Während der Uniphase ist es besonders schön, dass ich meine Freunde um mich habe – wir finden immer mal Zeit ins Café an der Uni zu gehen und einfach ein bisschen zu quatschen und Spaß zu haben.

Am Ende der Blockphase kommt es dann noch einmal richtig heftig. Ihr wollt wissen was Stress bedeutet? Herzlich willkommen bei der Klausurenphase der Blockstudenten. Fünf Klausuren in einer Woche. Fünf Klausuren, die im Umfang jeweils einer Abiturklausur entsprechen. Kaffee, die Bibliothek und wenig Schlaf werden dann zu ständigen Begleitern. Die Punktzahl, die mit einer Klausur erreicht werden kann, entspricht der Zeit, die dafür aufgewendet werden darf. Wenn ihr in einer Klausur also 120 Punkte erreichen könnt, so habt ihr 120 Minuten Zeit, um diese zu absolvieren.

Aber die Tage und Wochen nach den Prüfungen sind dann wieder eine gute Entschädigung. Mein Kurs und ich haben abends erst mal gemeinsam etwas unternommen. Und danach ist Entspannung angesagt – nichts tun lautet die Devise. Klar war ich in dieser Phase auch total gespannt auf die Ergebnisse der Klausuren. Diese werden im Online Campus – dem Intranet der FS eingestellt. Wenn es so weit ist, werden alle Teilnehmer per E-Mail benachrichtigt. Da steigt natürlich der Puls. Ich war echt glücklich über meine guten Ergebnisse – da hatte sich der ganze Stress gelohnt. Kann natürlich auch mal sein, dass es nicht so klappt wie man es sich vorgestellt hat. Das wäre für mich ehrlich gesagt auch kein Weltuntergang – mir ist es zwar wichtig, gut abzuschneiden, aber es gibt ja genügend Gelegenheiten um kleine Dellen wieder auszubügeln.

Übrigens: Bei meinem Studiengang endet das Blockmodell nach dem vierten Semester und das ist nur der Anfang einer Reihe von Änderungen. Dann habe ich meine IHK-Abschlussprüfung (als Bankkauffrau) in der Tasche und die Ausbildung ist abgeschlossen. Und was mindestens genauso wichtig ist: danach geht es ins Auslandssemester! Für mich der Höhepunkt meines Bachelorstudiums, auf den ich mich jetzt schon freue. Ich möchte gerne in den asiatischen Raum: Singapur, Hongkong und Shanghai sind bisher meine Favoriten. Außerdem folgt in dem Zeitraum auch noch das Auslandspraktikum – mein Traum dafür wäre New York City. Mal sehen, wie das alles wird. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Alicia/Frankfurt